Grasfeld
ich laufe über heißen asphalt,
aufgeweichter teer brennt an meinen füßen,
weißes flimmern am ende meines blickfelds,
blendet meine schwitzenden augen
jeder augenblick ist eindruck
und wird doch selten wahrgenommen
das leben ist eine momentaufnahme,
vergangenheit ist unvollkommen
instinkte werden eingeschläfert,
wahrnehmung wird zur täuschung
achtung, wir sind auf sendung!
und ich lauf über mein grasfeld,
ich fühl mich dem himmel so nah
ich laß die beine baumeln über dem wasser glasklar
mein blick schweift über die umgebung,
ohne sie bewußt wahrzunehmen
ich streife einige passanten,
die sich wütend zu mir umdrehen
zerfressen von der eigenen sorge,
zukunft heißt jetzt initiative
lieber augen zu und durch,
als einmal stehen bleiben und lauschen
verletzt hetzend immer weiter
jeder schritt ein stück geschichte
passiert und ungelebt vergangen
macht den augenblick zunichte
achtung, wir sind auf sendung!
und ich lauf über mein grasfeld
ich fühl mich dem himmel so nah
ich laß die beine baumeln über dem wasser glasklar
ich laß mich gehen, kehr nie zurück
ich laß mich fallen, rückwärts in mein glück
worauf bewegen wir uns zu?
worauf warten wir denn noch?
macht lieber eure augen auf,
vielleicht kommt der moment ja doch!
stop.